Die Begründung des Aufsichtsrates scheint ein wenig gewagt: Josef Ackermann habe das Unternehmen "strategisch gut aufgestellt und erfolgreich durch die Krise geführt ... Der Leistungsausweis der Bank für das erste Quartal 2009 ist ein eindrucksvoller Beleg dafür" (Spiegel online von heute). Ein erstes Quartal macht bekanntlich noch keinen erfolgreichen Sommer.
Dennoch ist die Verlängerung von Ackermanns Vertrag für die Deutsche Bank folgerichtig: man lässt keinen Banker ziehen, der erfolgreich ist, wo der Großteil der Kollegen versagt und Nachwuchs nicht in Sicht ist.
Dabei sollte der Schweizer längst abserviert sein - zumindest aus der Sicht meiner Branche. Eine Kette zahlloser Kommunikationspannen - von "V" über "Scham" bis "25%" - müsste nach den Regeln unserer Kunst eigentlich ausreichen, den Mann zu diskreditieren und unhaltbar zu machen. Aber es zeigt sich einmal mehr, dass Kommunikation ein Hilfsmittel des Managers oder Unternehmers ist und eben nicht das Kerngeschäft. Tödlich ist schlechte Kommunikation nur dort, wo der Erfolg ausbleibt. Kann ich Ungeschicklichkeit im Umgang mit der Öffentlichkeit allerdings durch nachhaltigen Erfolg kompensieren, stehen die Chancen für ein Überleben nicht schlecht.
Fazit: Diese Vertragsverlängerung ist für meine Profession eine Lektion in Demut. Wir sind vielleicht das Licht, aber sicher nicht die Sonne.
Hoffnung macht höchstens, dass Ackermann einen Kommunikationschef wie Baron hat, der viele der Capricen seines Chefs durch geschickte Themensetzung oder Positionierungsinitiativen nachträglich abzufedern weiss. Etwas, was dem Team von Mehdorn, der im Kern auch erfolgreich war, nie gelungen ist.
Also bleibt für uns vielleicht doch noch etwas zu tun, und sei es nur Sonnenflecken zu putzen.
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