Wenn sich politischer und ökonomischer Diskurs vermischen, hat dies langfristig gesehen meist negative Auswirkungen - weswegen man im Kapitalismus seit dem Ende des Feudalismus bemüht ist, beides fein säuberlich getrennt zu halten.
Schwierig wird dies allerdings dort, wo sich beides in einem Unternehmer trifft, wie z.B. bei Ferdinand Piech. Dieser wird nicht umsonst als "Machtmensch" bezeichnet, was am Ende des Tages nichts anderes bedeutet, als dass er wirtschaftliche Tatsachen und persönlichen Vorlieben zumeist als vordergründig rationales Paket verkauft und zudem seine Gegner gerne im Stile eines Macchiavelli-Fürsten demontiert, um ökonomische Vorteile zu erreichen.
Die (vom Handelsblatt, HB 13.5.2009, S.10) so genannte "Exekution" von Porsche-Chef Wiedeking ist ein gutes Beispiel für diesen Stil: Fusionsverhandlungen mit dem Glas in der Hand bei einer Produktpräsentation einzuleiten, in dem man das gegnerische Management öffentlich demütigt, hat kaum etwas mit dem Gebaren eines kühl rechnenden ordentlichen Kaufmannes zu tun, aber viel mit dem eines ehrfixierten Fürsten - mit dem Ergebnis einer durchaus gewünschte Wertvernichtung bei Porsche durch die Reaktion der Börse.
Ins Zentrum dieser Demontage allerdings ausgerecht den Vorwurf mangelnder Demut zu stellen, überschreitet das Maß des Erträglichen: wenn ein guter VW-Manager sich vor allem durch Demut gegenüber Ferdinand Piech auszeichnen muss, wird die Aufsichtratssitzung zur Audienz und "HR" bei Volkswagen zu "Henker Relations".
Ein solches Gebaren ist nicht nur schlechter Stil, es ist der Bedeutung und Verantwortung von Unternehmen und Unternehmer nicht angemessen.

Kommentare