Ich mache mich unbeliebt, ganz sicher, aber zur Ehrenrettung unserer Branche sei es einmal vermerkt: Der (nicht mehr ganz so) neue RWE-Claim "VoRWEg gehen" ist schlechtes Handwerk.
Damit bezweifle ich weniger den Bedeutungsgehalt und die strategische Sinnhaftigkeit der Positionierung (auch wenn ich ehrlich gesagt Innovations-Themen mittlerweile für das werbliche Pendant zur Farbe Lila halte.)
Mir geht es hier vielmehr um das Handwerk des Schreibens: RWE als Bestandteil des Wortes voRWEg zu featuren ist nichts als billiges Augenpulver, denn weder auf der phonetischen (lautlichen) noch auf der morphematischen (sinngebenden) Ebene ist der Buchstabenfolge "rwe" im Deutschen irgendeine Bedeutung zu eigen.
Ohne die stützende Visualisierung durch die Großschreibung der drei Lettern ist "rwe" damit kaum merkfähig. Es ist schlicht und einfach keine Silbe. Die Silbentrennung des Wortes "vorweg" trennt sogar das "R"heinische vom "W"estfälischen.
Das allerdings ist so lebensnah, dass man den Machern den Claim verzeihen möchte.

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