Wenn Spießer Alfons, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, sich darüber aufregt, dass XING eigene Mitarbeiter als Testimonials fotografiert, glaubt er wahrscheinlich auch, dass Rama-Familien glücklich und Du-Darfst-Frauen immer schlank sind und Meister Proper eine eigene Postadresse hat.
Abgesehen davon, dass nirgendwo behauptet wird, dass es sich um externe Testimonials handelt, ist selbst dem dümmsten Konsumenten bewusst, dass es so etwas wie symbolische oder stellvertretende Kommunikation gibt, die FÜR etwas steht ohne dieses Etwas zu sein.
Eine Branche sollte zu ihren eigenen Regeln stehen. Und dazu gehört bei der Werbung die Vermischung von Fakten und Fiktion zur illustrierenden Erläuterung von Tatsachen oder Emotionen.
Die einzige Reputation, die hier beschädigt wird, ist die eines chronisch schlecht gelaunten Kolumnisten.

Sicher, man muss es nicht unnötig aufblasen, aber wenn ich mein Unternehmen schon via Werbung selbst lobe, dann leiste ich mir wenigstens die 6 oder 8 Models für ein einfaches Fotoshooting - Ein zufriedener Externer wirkt dann nämlich doch noch einen Tick glaubwürdiger als ein zufriedener Interner. Und wenns nur für die Medienmenschen ist, die es immer ganz genau wissen wollen und bei XING ja hochaktiv sind :)
Kommentiert von: Rico | 24. Februar 10 um 15:52 Uhr
Ich finde, ein glücklicher, begeisterter Interner ist doch viel aussagekräftiger als irgendein Model, dass nur durch die Vorbereitung auf das Shooting lernt, um welches Produkt es geht. Ein Produkt, dass aus einem Unternehmen kommt, in dem nicht alle davon überzeugt sind und es selbst nutzen, funktioniert nicht oder nur schlecht.
Kommentiert von: Birgit Kursikowski | 24. Februar 10 um 17:06 Uhr
Ich glaube, beide Argumente sind valide. Interessanter finde ich mittlerweile allerdings auf Horizont die Diskussion um die Reaktion der Xing-Kommunikation: der Versuch, das Ganze zu retten, lässt die Ehrlichkeit vermissen, die man sich selbstbewussterweise gewünscht hätte.
Kommentiert von: Carsten Rossi | 24. Februar 10 um 19:29 Uhr
Warum hätte man denn keine authentischen Testomonials nehmen können? Weil es keine gibt? Weil sie zu teuer sind? Weil es sonst gute Werbung wäre?
Das ist eben der feine Unterschied, denn einfach nur behaupten kann jeder - auch Rama. Ein seriöses Business Netzwerk, mit echten Kontakten, sollte da aber schon mehr bieten als Reklame. eEben weil die Xing-Zielgruppe eben nicht mehr jeden Scheiß glaubt, viele der Xing Kunden selber in der Kommunikationsbranche und denen ist es nicht egal.
Vielleicht sollte der Herr Reputationsspezialist mal seine Meinung über das, was Werbung heute leisten sollte, überdenken. Ein Blick ins Ausland kann da sehr hilfreich sein. (Creative Review, Boardsmag, Creativity Online).
Xing hätte übrigens auch von selbst drauf kommen können, dass es nur wenige Mausclicks braucht, um herauszufinden, wer denn dort eigentlich in die Kamera grinst. Einfach total dumm, uncool und einfallslos.
Ich werde meinen "Premium" Account übrigens bei der nächsten Gelegenheit kündigen.
Kommentiert von: Christian Jakimowitsch | 25. Februar 10 um 16:26 Uhr
Hallo Christian. Es ging mir eigentlich nicht darum, die XING-Kampagne zu verteidigen. Die ist vielleicht nicht unterirdisch aber sicher kein Leuchtturm-Projekt. Und das, was Du in Deinem Portfolio zeigst, ist um Klassen besser. Mein Post bezog sich jedoch schlicht und einfach auf die Pseudo-Skandalisierung einer "Üblichkeit", wie auch immer man die kreative Leistung dahinter beurteilen mag.
Kommentiert von: Carsten | 26. Februar 10 um 10:59 Uhr